Europa-Gespräch GB - mit Botschaftsrat Nick Leake 15-03-2016

Europäische Zukunft Großbritanniens

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Ausschusses für Städtepartnerschaften Bocholt, dem europe-direct IZ, Deutsch-Britische Gesellschaft Bocholt und Europa-Union Bocholt

Europa-Kritiker stellen im GB-Parlament zur Zeit wahrscheinlich die Mehrheit. Pro-Europäische
Beschlüsse werde so eher selten. Ein Referendum am 23-06-16 könnte EU-Befürwortern helfen.
Heute ist die Frage berechtigt: "Was passiert nach einem negativen Ausgang des Referendums
mit der EU und mit GB?
Botschaftsrat Nick Leake, Leiter der Abteilung EU & Wirtschaft kam schnell auf wichtige Aspekte.
Bei einer Ablehnung würden nicht am nächsten Tag die Verträge gekündigt und die Grenzen zu
Europa geschlossen. Auch Norwegen ist weder in der EU noch im Euro, auch mit der Schweiz
unterhält die EU vielseitige Vertragswerke zur Zusammenarbeit und im Handel.
Dazu bräuchte man keine Mitgliedschaft, aber sie wäre vorteilhaft. Denn nur die Beschlüsse der
anderen EU-Staaten abzuwarten und abzuzeichnen, ohne einen eigenen Gestaltungsrahmen,
wäre eigentlich nicht im Interesse Britanniens.
Ja, die Briten haben Vorteile durch die EU, nur ließe sich das dort etwas schwerer vermitteln. Die
Britische Bevölkerung hatte nach dem EU-Beitritt 1973 nicht sofort ein "Aha-Erlebnis", wie andere
Festlandseuropäer nach deren Beitritt. Seinerzeit stand GB vor einer großen Umstrukturierung ihrer
Wirtschaft, von einer Industrie hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft. Auch sieht die Bevölkerung
(wegen ihrer Insellage) in der EU nicht zuerst ein Friedensprojekt, wie es hier auf dem Festland mit
ehemals sichtbaren Grenzen zu den Nachbarstaaten erfahrbar war.
Dienstleistungs-, Freihandels-, Umweltpolitik und Welthandelsbeziehungen sind den Briten wichtig!
Ebenfalls würde in einer reformierten Union eine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik aus
Sicht der Briten von Vorteil und deshalb notwendig sein.
Botschaftsrat Leake wurde auch zu seinen Visionen '35 gefragt und sah dann die Briten immer noch
noch in der EU, jedoch auch die Türkei. Mann könne statt von einem Europa mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten lieber von einer EU mit unterschiedlichen Wegen und Wegstrecken sprechen.
Peter W. Wahl  ©  PM20160315
 
Nick Leake, David Cameron

Botschaftsrat Nick Leake


(Europa - mal richtig volles Haus) © Bilder P.W. Wahl
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